Momentaufnahmen

Es sind nicht die äußeren Umstände, die das Leben verändern, sondern die inneren Veränderungen, die sich im Leben äußern.

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Seit einigen Wochen ist Jolina wieder bei uns; für mich als Katzennärrin wunderbar! Meistens schläft sie bei mir oder bei Mareike auf dem Bett.

Farándula

Vor zwei Wochen hat eine Schule, in der ich arbeite, Geburtstag gefeiert. Am Freitag fand als kein Unterricht statt, sondern ein kleiner Umzug auf der Straße. Die Lehrer und Schüler haben sich, ähnlich wie bei Fasching in Deutschland, verkleidet und sind mit Musik durch die Straße gezogen. Hier nennen sie das „Farándula“, was wörtlich übersetzt Komödiantentum bedeutet. 😀

 

 

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Ich merke langsam, wie ich mich innerlich mehr und mehr von allem hier verabschiede und mich auf Deutschland einstelle. Einerseits freue ich mich sehr auf zu Hause, anderseits wird es mir auch sehr schwer fallen mich von allem zu verabschieden – besonders von meinen Schülern.

Nur noch 4 Wochen Arbeit liegen vor mir, danach nutze ich meine freie Zeit noch zum Reisen nach Peru und Brasilien.

Un abrazo enorme

Laura

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Fiesta vs. Siesta

Heute auf den Tag bleiben mir noch 84 Tage in Bolivien. Wenn ich mir überlege wie lange ich schon hier bin – beinahe 9 Monate – kommt mir das gar nicht mehr lange vor. Die Tage hier vergehen wie im Flug und ich glaube ich habe noch gar nicht richtig realisiert, dass ich bald allem hier Adios sagen muss.

Was kann ich spannendes über die letzten beiden Monate sagen? Geprägt waren sie – wie in der Überschrift erwähnt – von Fiesta und Siesta. Dia del padre (Tag des Vaters), Dia del mar (Tag des Meeres), Dia del niño (Tag des Kindes), das sind nur einige von den Feiertagen die im März und im April stattfanden. Die Bolivianer haben für  so gut wie alles einen Feiertag und meistens findet dann keine Schule statt, sondern es gibt irgendein bestimmtes Programm oder ähnliches. Am Tag des Vaters haben die Kinder einen Tanz aufgeführt und zahlreiche Plakate zu Ehren ihrer Papas gebastelt. Tag des Kindes war auch sehr amüsant, die Lehrer haben in albernen Kostümen mit den niños auf dem Schulhof getanzt, ich war eine Mücke. Zum Beispiel wurde zu meiner Darbietung ein Text vorgelesen, wie man sich vor Mücken schützen kann, da der Zika Virus ja gerade in Bolivien ein großes Thema ist und Dengue besonders hier, wo es sehr feucht ist, jedes Jahr ein Risiko darstellt. Überträger von Dengue Fieber breiten sich schnell im Wasser aus, sprich, Eimer mit herumstehendem Wasser oder auch Reifen oder anderer herumliegender Müll begünstigt die Fortpflanzung dieser Mücken.

Ich mit meinen selbstgemachten Mueckenfluegeln

Die dekorierten Klassenraeume

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Die Jungs haben die Minion Becher bekommen und die Maedchen die Barbie Becher – prall gefuellt mit allerlei Suesigkeiten. Die Muehe hat sich eine Mama gemacht und alles gebastelt.

Auf dem Schulhof

Zwei Clowns haben mit den Schuelern getanzt

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Auch die anderen Lehrer haben sich verkleidet

 

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Und jeder Kurs hatte natuerlich auch wieder eine dicke, leckere Torte

 

Am Dia del mar war ich gerade in Sucre und habe einen Umzug der Schüler gesehen. Hier in Quijarro gab es einen solchen auch. Mich hat ein bisschen geschockt, dass die sehr jungen Schüler in Militär Uniformen herumgelaufen sind, mit Spielzeugwaffen und Kriegsbemalung. Alle haben Plakate hochgehalten mit Sprüchen wie „Queremos nuestro mar!“ – Wir wollen unser Meer! Seien wir mal ehrlich – es ist nicht sehr realistisch, dass Bolivien den Teil von Chile zurückerhält, den es im Salpeterkrieg im 19. Jhd. verloren hat. Erstmal ist das fast über 150 Jahre her und außerdem hat Bolivien mit Chile ein Abkommen, dass es die Häfen im Norden für Handel nutzen kann. Trotzdem ist das Verhältnis zwischen Bolivien und Chile sehr kühl (Spruch von meinem Gastvater: „Einen peruanischen Freund kannst du dir suchen, aber komm ja nicht mit einem aus Chile nach Hause!“) Seitdem Bolivien im März 2010 die Sache vor den internationalen Gerichtshof gebracht hat, haben sich die Beziehungen nochmal verschlechtert, denn Chile schließt eine Gebietsabtretung kategorisch aus. Eine diplomatische Lösung scheint nicht in Sicht. In der Schule habe ich ein Buch bekommen, ein Kinderbuch über Boliviens Geschichte mit dem Meer. Die Lehrer meinten zu mir, dass ich dann in Deutschland darüber erzählen kann, aber wie man schon gemerkt hat, habe ich darüber eine andere Meinung als die meisten Bolivianer. Einige Sätze aus diesem Buch:

„El mar que pedimos por justicia, es un mar para los pueblos…“ – Das Meer, um welches wir von Gerechtigkeit wegen bitten, ist ein Meer für unsere Dörfer… (Evo Morales Ayma)

„Nacimos con Mar y al Mar volveremos“ – Wir sind mit dem Meer geboren und werden zu ihm zurückkehren.

„Borremos la guerra del Pacífico del futuro de nuestros hijos.“( (David Choquehuanca) – Wir lassen den Pazifik-Krieg aus der Zukunft unserer Kinder verschwinden.

Ich weiß nicht, aber ich finde, wenn Deutschland jetzt plötzlich Teile von Polen wieder haben will – das würde genauso viel Sinn machen wie Boliviens Anspruch auf das Meer.

Die letzte Woche war es für die hiesigen Verhältnisse richtig kalt, tagsüber 20 Grad und nachts 12 bis 15 Grad. Das kann nachts ganz schön kalt werden so ganz ohne Fensterscheiben. Auch kann man dann tagsüber nicht so schön draußen sitzen, das ist einfach unangenehm. Jetzt haben wir wieder schöne 33 Grad, das ist genau richtig, nicht zu kalt und nicht zu warm. Ich hoffe sehr, dass sich das Wetter die nächsten Wochen hält aber es sieht ganz gut aus, denn schließlich ist hier gerade Winter. Das relativ kuehle Wetter haben wir fuer eine kleine Wanderung auf einen nahegelegenen Berg genutzt von dem man eine tolle Aussicht auf Quijarro und den Pantanal hat.

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Anna beim Zitronen pfluecken – aus denen haben wir spaeter einen Pudding gemacht

 

Vom Fitnessstudio aus haben wir an einem Sonntag Abend mit auf der Plaza Aerobic getanzt, es kam wohl sehr gut an, da wir es demnaechst auch im Nachbarort machen. Das Ziel ist es, die Leute zu mehr Sport anzuregen. Viele Leute haben mich die Tage danach angesprochen, ob mir denn nicht die Beine vom Tanzen weh tun. 🙂 T-Shirts vom Fitnessstudio haben wir auch bekommen.

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Viele Gruesse an alle meine Lieben zu Hause 🙂

Jetzt bleiben mir noch knapp 2 Monate zum Arbeiten hier und danach reise ich noch ein bisschen. Mann weiß ja nicht wann man mal wieder nach Südamerika kommt und die Chance zum Reisen hat. Disfrutando el tiempo! Die Zeit genießen 🙂

 

Eure Laura

 

 

„Pujllay“ – incluso Evo baila!

Wochenendausflug nach Tarabuco: Vor zwei Wochen setzte ich mich in die Flota (Bus) und begab mich nach Tarabuco, einem kleinem Dörfchen ungefähr eine Stunde von Sucre entfernt. Die anderen drei Freiwilligen aus Deutschland die dort leben, haben uns eingeladen sie an diesem Wochenende zu besuchen, denn Pujllay ist das größte Fest in Tarabuco. Es findet jedes Jahr am dritten Märzwochenende statt, zur Ehrung einer wichtigen Schlacht gegen die Spanier, die in Tarabuco im Unabhängigkeitskrieg gewonnen wurde.

Tarabuco ist ein schönes und ruhiges Dörfchen inmittten der Anden. Im Gegensatz zu Puerto Quijarro ist es richtig kalt und ich habe das ganze Wochenende eine Gänsehaut am Körper gehabt, woran ich überhaupt nicht mehr gewöhnt bin. Der plötzliche Klimaumschwung muss der Körper erstmal jedes Mal verkraften.

Am Samstag fanden in einer großen Festhalle Konzerte statt. Von abends um 20.00 Uhr bis tief in die Nacht hinein klangen die bolivianischen Klänge (Gitarren, Panflöten, schiefe Gesänge) in den Nachthimmel. Schön zum tanzen natürlich – nach einigen Stunden hat es mir aber gereicht. Es wäre schön gewesen, wenn auch neue europäische oder amerikanische Lieder dabei gewesen wären, schließlich strömen Touristen aus allen Ländern jedes Jahr zum Pujllay und das Dorf quillt quasi über. Leider sind die Bolivianer was Dienstleistungen angeht noch nicht so auf dem aufsteigendem Pfad.

Sonntag war dann das eigentliche Fest. Schon früh am Morgen begannen die desfiles, die Umzüge der Tanzgruppen. Sie hatten alle ähnliche Kostüme mit ganz besonderen Schuhen, die ein klirrendes Geräusch beim auftreten gemacht haben. Auf einem großen Platz etwas außerhalb gab es zahlreiche Essensstände, viel Bier, eine große Bühne und eine ganz besondere Konstruktion: Ein Turm behangen mit allerlei Lebensmitteln. Käse, Milch, Gemüse, Früchte, Süßigkeiten und tatsächlich Teile einer toten Kuh. Ich frage mich wie lange das dort in der prallen Sonne hing, denn irgendwann muss das doch schrecklich anfangen zu stinken. Auf jeden Fall ist dieser Turm Tradition vom Pujllay und soll Dankbarkeit symbolisieren.

Auf diesen Platz kamen nach und nach die einzelnen Tanzgruppen und während wir noch darüber diskutierten, dass Evo Morales Ayma, Boliviens Präsident, dieses Jahr ganz sicher nicht zum Pujllay kommt, strömten plötzlich alle Menschen zu einer eintreffenden Tanzgruppe und zückten ihre Kameras. Wie jedes Jahr tanzte Evo im pinken traditionellen Kostüm enthusiastisch mit! Sogar Evo tanzt, wie es in der Überschrift heißt. Dabei habe ich mir Angela Merkel vorgestellt, wie sie in einem solchen Kostüm tanzen würde. 😀

Die Fiesta ging noch den ganzen Tag weiter, allerdings war mir die Sonne zu stark an dem Tag und es gab kaum Möglichkeiten zum Unterstellen. Aber es war toll sich mit der großen Freiwilligengruppe zu treffen und sich über die letzten Wochen auszutauschen. Das Zwischenseminar ist ja jetzt nun auch wieder eine Weile her.

Auf dem Rückweg nach Puerto Quijarro stand mir noch einiges bevor: Wegen Transportblockaden (die es beinahe wöchentlich in diesem Land gibt) fuhr der Bus eine andere Strecke nach Santa Cruz. Wir blieben nachts mehrmals stecken und die Männer im Bus mussten im Matsch den Bus anschieben (vielen Dank an sie!). Drei Stunden fuhren wir dann eine Strecke direkt am Abhang entlang, schlammige, rutschige Straße und vor uns ein Bus, der beinahe in die Schlucht gestürzt ist. Ich war einfach so froh heile in Santa Cruz angekommen zu sein, wenn auch 10 Stunden später als gedacht.

Bolivien ist rau, alles andere als modern und in solchen Fällen auch gefährlich!

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Der Turm voll mit Lebensmitteln

Tanzgruppen

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Die Schuhe, die alle Taenzer getragen haben. Bequem sind sie bestimmt nicht, aber sie sehen toll aus und die Geraeusche, die die Taenzer damit erzeugen gehoeren zu dem traditionellem Tanz.

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Evo Morales Ayma, Boliviens Staatspraesident (genau in der Mitte)

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Eine weitere Attraktion auf dem Pujllay: Die Figuren aus Ice Age, mit denen Kinder gegen Geld Fotos machen koennen. Die Frau rechts im Bild ist gerade dabei mich zusammen zu schimpfen, da ich natuerlich unerlaubt Fotos gemacht habe.

Strassen in Tarabuco

Und unser Weg zurueck – schlammig, matschig und von zahlreichen Stopps gekennzeichnet

Die Leute aus dem Bus, der beinahe abgestuerzt waere – sie mussten zu Fuss weiter gehen

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Mittlerweile wird ein Tunnel gebaut, damit die Fahrzeuge nicht mehr die gefaehrliche Strecke ueber den Berg nehmen muessen.

Bis bald – Hasta luego

Eure Laura!

Enseñar Ingles – Englisch unterrichten

„Una escuela funciona bien cuando el alumno aprende con satisfacción.“
Eine Schule funktioniert gut, wenn der Schüler mit Zufriedenheit lernt.

Meine tägliche Arbeit hier – es gibt Tage an denen ich fast weinend aus den Kursen herauslaufe, weil ich die Schüler einfach nicht ruhig bekomme. An anderen Tagen bin ich so glücklich und mir macht alles so Spaß; schon vor der Stunde kommen meine Kleinen auf mich zu gerannt, fragen, ob wir heute Englisch zusammen haben und lassen mich gar nicht mehr los.
Man kann sich den Englisch Unterricht hier in Bolivien auf keinen Fall so vorstellen wie in Deutschland. Mit solchen Erwartungen bin ich auch hierhergekommen. Was, ich soll jetzt Kinder in Englisch unterrichten? Ich bin doch dafür gar nicht ausgebildet. Anfangs war ich auch unsicher und wusste nicht, ob das alles so gut ist wie ich es mache, aber mittlerweile habe ich einfach eine Routine reinbekommen und kann in meine Fähigkeiten vertrauen.

In Bolivien spricht kaum jemand Englisch. Es gibt tatsächlich einige Englisch Lehrer, meistens werden diese aber einfach vor die Klasse hingestellt ohne überhaupt etwas zu können, außer vielleicht „Good morning“. Das ist wirklich schade, denn wenn der Unterricht schon sehr früh beginnt, sagen wir ab der 3.Klasse (so wie in Deutschland auch) und es fähige Lehrer gibt, könnten die Schüler schnell Fortschritte in Englisch machen und sogar ein Gefühl für die Sprache entwickeln. Denn das ist wichtig wenn man eine neue Sprache lernt; irgendwann nicht mehr alles in seine Muttersprache übersetzen, sondern richtig in der neuen Sprache „drin sein“. Das ist mir auch an mir selbst dieses Jahr beim Spanisch lernen aufgefallen.
Leider wird der Englisch Unterricht nicht wirklich ernst genommen. Die Lehrer freuen sich immer wenn ich komme und aushelfe, aber ich bin nun mal nur eine Freiwillige. Und um den Kindern Noten zu geben bin ich nun gar nicht ausgebildet. Ein Bekannter aus dem Ort, der früher als Englisch Lehrer gearbeitet hat, hat mir ein bisschen darüber erzählt. Er ist nicht richtig zurecht gekommen mit der Einstellung der Schuldirektoren gegenüber dem Englisch Unterricht; zum Beispiel wurden die Noten von sonst sehr guten Schülern in Englisch einfach um ein oder zwei Noten verbessert, nur damit die Englisch Note nicht das Zeugnis verschlechtert. Wegen solchen Dingen unterrichtet er heute gar nicht mehr.
So etwas zeigt die Einstellung hier gegenüber dem Englisch Unterricht, was es mir nicht immer einfach macht hier zu unterrichten.

Montags und dienstags arbeite ich im U.E. Cleidy Duran Yovio, einer Primaria, also einer Grundschule. Hier arbeitet auch meine Gastmutter Tatiane im Kinder, dem Kindergarten. Auch hier in Bolivien haben sie das deutsche Wort für Kindergarten übernommen, nur ein wenig abgekürzt. Die Schule hat ungefähr 150 Schüler und 10 Lehrer. Dort unterrichte ich Englisch von der zweiten bis zur sechsten Klasse (die Aufteilung von Grundschule und weiterführender Schule sind hier ein bisschen anders). Mit den älteren klappt es natürlich besser, auch weil ich die meisten Klassen letztes Jahr schon hatte.

Die anderen Tage der Woche gebe ich Englisch Unterricht in der U.E La Frontera, einer kleinen Primaria direkt an der Grenze zu Brasilien. Mit dem Auto ist die Schule ungefähr eine Viertelstunde von mir entfernt, ich kann jeden Tag mit einer Lehrerin mitfahren. Dort gibt es weniger Schüler, vielleicht 90 bis 100. An manchen Tagen habe ich Kurse, die noch so klein sind, dass sie noch gar nicht richtig schreiben können. Wirklich sinnvoll ist es nicht denen Englisch Unterricht zu geben, aber wenigstens wissen sie dann, dass es noch andere Sprachen als Spanisch und Portugiesisch gibt. Viele halten mich für eine Brasilianerin wenn sie mich das erste Mal sehen, denn dort gibt es auch viele Menschen mit hellhäutiger Haut. Dann muss ich jedes Mal erklären, dass ich aus Deutschland komme und dass dieses Land noch viel weiter weg liegt.
Die Frage eines Schülers letzte Woche: „Ist das weiter weg als Argentinien?“

Zum Unterricht: Mit einigen älteren Klassen kann ich schon leichte Grammatik machen, wie zum Beispiel das Verb „to be“. Mit den Jüngeren ist das allerdings unmöglich, sie haben schon oft mit dem abschreiben der Vokabeln Probleme. Deswegen versuche ich meistens mit ihnen passend zu den Vokabeln zu malen, Lieder zu singen (ich kann mich an einige aus meiner eigenen Grundschulzeit erinnern) und Plakate zu basteln. Eine gute Möglichkeit, damit sich die Kinder die Vokabeln merken, ist, dass sie jedes Wort zehnmal wiederholen.
So bleiben hoffentlich wenigstens einige Vokabeln in ihren Köpfchen hängen. 🙂

Die U.E. Cleidy Duran Pinocho:

 

Beim Appell jeden Montagmorgen, dort wird die bolivianische Nationalhymne gesungen

 

Die Schulgänge

 

Auf dem Schullhof beim spielen 🙂

 

Nuestro huerto escolar – unser Schulgarten

 

Hier üben die Schüler gerade ihren Tanz für den Tag des Vaters, der am 19. März ist. An dem Tag ist kein Unterricht sondern es gibt ein buntes Programm.

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Mit zwei meiner Schülerinnen im letzten Jahr

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Die U.E. La Frontera:

 

An der Schulmauer stehen einige englische Dinge, wie zum Beispiel das Alphabet

 

Die Cancha – der überdachte Platz zum Fußball spielen und zum Sportunterricht

Richtige Fenster gibt es nicht  – in manchen Klassenräumen gibt es allerdings Fliegengitter

 

Im Englisch Unterricht

 

Saubere und gepflegte Ecken im Schulgarten und fast direkt daneben ein Plastikmüllhaufen

 

Meine kleinen beim Abschreiben

 

Zwei typische Tafelbilder von mir: Einmal der Körper und dann eine Aufgabe, in der die Schüler die englischen Vokabeln zehnmal schreiben müssen

 

Ein Test einer Schülerin

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Wir sind alle ein Teil der Natur – beschützen wir Sie

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In der Pause 🙂

 

 

Jetzt habt ihr hoffentlich einen kleinen Einblick in meine Arbeit bekommen.

Hasta luego

Eure Laura

Meine Entdeckung eines neuen Kontinents (2): Reise-ABC

Arica – Die nördlichste Küstenstadt Chiles mit einem riesigen Felsen am Meer als Wahrzeichen. Auf diesem Felsen steht auch eine große Jesus Statue. Vielleicht nicht die schönste Stadt, aber sie hat ihren Charme. Es gibt einige schöne Restaurants, tolle Surferwellen, drei große Strände und den Spirit einer süd-amerikanischen Stadt am Pazifik. Hier habe ich auch zum ersten Mal Paragliding gemacht. Fliegend über dem Pazifik… Ein tolles Gefühl, kann ich nur jedem empfehlen!

Arica

Busfahren
Auf jeder Reise kann man sich hier natürlich auch mit dem Flugzeug fortbewegen, aber da das teuer ist, fahren die meisten Leute hier mit dem Bus von A nach B. Endlose Stunden habe ich hier schon im Bus verbracht, allerdings sind die Südamerikaner uns Europäern da um einiges voraus: Die Reisebusse sind meistens sehr komfortabel, die Sitze lassen sich in eine Schlafposition stellen und man kann die vielen Stunden einfach durchschlafen. Natürlich kann man auch Unglück mit seiner Busgesellschaft haben… Dann heißt es schwitzen wegen fehlender Klimaanlage, frieren wegen zu gut funktionierender Klimaanlage, Sitze, die sich nicht nach hinten stellen lassen oder auch 5 Stunden in der Pampa warten wegen einem Motorschaden. Busfahren ist hier ein Abenteuer!

Busfahren

Cochabamba
Eine florierende, bunte, aufregende Stadt mit der zweit größten Christus Statue der Welt. Die größte steht in Rio de Janeiro? Falsch gedacht. Die größte befindet sich in Polen, dann kommt Cochabamba mit 34 Metern und danach erst Rio de Janeiro. Die in Rio ist 33 Meter hoch, nach den 33 Jahren die Jesus gelebt haben soll. Die Bolivianer sagen zu ihrer Christus Statue „33 metros y un pocito“, also 33 und ein bisschen. Mittlerweile kann man mit einer Seilbahn zu der Statue hochfahren, ich bin hochgelaufen, was in dem Moment sehr anstrengend war, sich im Enddeffekt aber gelohnt hat.

Cochabamba

Dakar Raylle
Ich war den Tag, bevor die berühmte Dakar Raylle begonnen hat, in Uyuni, dem diesjährigen Austragungsort. Leider sind wir den Abend weitergefahren, gerne hätte ich mir das ein bisschen angeschaut. Die ganze Stadt war voller Besucher, in der Innenstadt waren Bühnen und unzählige Verkaufsstände aufgebaut und überall prangte das berühmte Symbol der Dakar Raylle. Leider hat Bolivien nicht wirklich gut abgeschnitten.

Extrem aufpassen auf jegliche Wertsachen: Besonders in den Großstädten wie La Paz und Cochabamba war ich besonders auf der Hut. Glücklicherweise wurde mir nicht einmal etwas gestohlen.

Flamingos
Im Nationalpark Fauna Andina leben in verschiedenen Lagunen Flamingos.
Eine Sache, die ich äußerst interessant finde und die ich erst auf dem Zwischenseminar gelernt habe: Wie kommt es, dass Flamingos, normalerweise Wassertiere, auf einer Höhe von über 3 000 Metern leben? (In dem Nationalpark habe ich auch meinen persönlichen Höhenrekord von 4 900 Metern geknackt.) Als der Kontinent Südamerika entstand, wurden die Erdplatten gegeneinander gedrückt und in Millionen von Jahren entstanden die Anden. Anfangs lebten die süßen pinken Flamingos also ungefähr auf Höhe des Meeresspiegels und mit ihrem Lebensraum wurden sie immer höher und höher „gepresst“ und da dies innerhalb von Millionen von Jahren geschah, konnten sich die Tiere anpassen und leben nun in den wunderschönen Lagunen mitten in der Wüste. Wow!

Flamingos

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Geysire
Im Nationalpark gibt es einige Geysire, Stellen im Boden, aus denen sehr heißes Gas herausströmt. Wir waren sehr früh morgens dort und ich konnte mich schön aufwärmen, da es sich nachts in der Wüste extrem abgekühlt hat.

Geysire

Hamburguesa
Schon so oft hier gegessen in Bolivien, auf meiner Reise natürlich auch. Die bolivianische Küche ist nicht gerade die raffinierteste, mit Gewürzen werfen sie auch nicht gerade um sich. Trotzdem gibt es einige tolle und sehr leckere Gerichte. Hamburguesas gibt es hier eigentlich an jeder Straßenecke und im Gegensatz zu Deutschland sind diese hier mit einem Ei, oftmals auch mit Mais, und natürlich mit Tomate, Zwiebeln, Schinken, Fleisch und am ungewöhnlichsten: mit Pommes belegt.

Iquique
Die erste Stadt, die ich in Chile besucht habe. Direkt am Pazifik, mit hohen Sandbergen dahinter, hat Iquique gleich Eindruck auf mich gemacht. Hier kann man wunderbar den ganzen Tag am Strand verbringen, schön essen gehen, abends den Sonnenuntergang betrachten und das Leben Leben sein lassen. Ein kleiner Schock: Die chilenischen Preise. In Chile sind die Preise ungefähr wie in Europa und wenn man an Bolivien gewöhnt ist, kann einen das am Anfang sehr irritieren. Auch Land und Leute sind viel europäischer.

Jede Menge Spaß
An diesen Urlaub werde ich mich wohl mein Leben lang erinnern; soviel gesehen, erlebt und gelacht.

 

Karneval
Karneval habe ich dieses Jahr in Brasilien gefeiert. Da Puerto Quijarro direkt an der brasilianischen Grenze liegt, lag es nahe, nach Corumbá zu fahren. Das ist eine mittelgroße Stadt direkt gegenüber von Quijarro in Brasilien. Dort gab es fünf Tage lang Umzüge und große Partys. Der Umzug mit den Samba Tänzern war wirklich toll: stimmungsvolle Musik, bunte Kostüme, tolle Tänzer und Tänzerinnen und eine ausgelassene Stimmung! Das war eine ganz besondere Erfahrung für mich Karneval in Brasilien zu feiern und ich bin froh, dass ich mir kein Zika oder Dengue eingefangen habe, da Zika gerade ein großes Thema in Brasilien darstellt.
Ansonsten ist die Karnevalszeit hier sehr besonders: Es gibt für alle freie Tage, die Familien essen zusammen und feiern und alle, besonders die Kinder, spielen den lieben langen Tag mit Wasser. Man wird mitten auf der Straße mit Wasserbomben abgeworfen, auch in fahrende Autos werden Luftballons mit Wasser geworfen. Da darf man dann nicht zimperlich sein, denn das gehört hier an Karneval einfach dazu. In meiner Schule haben die Schüler am Freitag vor dem Karnevalswochenende auch eine lustige Wasserschlacht veranstaltet, einige waren auch verkleidet, was für die Erwachsenen hier allerdings nicht üblich ist.

La Paz
In La Paz (Regierungssitz Boliviens) habe ich Silvester verbracht und das Feuerwerk an den Hängen der Stadt zu betrachten war toll. Eingebettet in ein Tal inmitten der Anden ist La Paz – was übersetzt der Frieden bedeutet – eine eindrucksvolle Stadt. El Alto, einst ein Stadtteil La Paz´ und heute eine eigenständige Stadt und mittlerweile schon mit mehr Einwohnern, liegt oben am Rande des Talkessels und wird überwiegend von indigenen Einwohnern bevölkert. Ein spannender Teil der Stadt ist meiner Meinung nach das Seilbahnsystem. Vor einigen Jahren erst von den Österreichern errichtet, befördert es heute auf eine ökologische und ökonomische Weise die Einwohner aus dem Tal an den oberen Rand der Stadt und nach El Alto. Natürlich bin ich auch mit einer der Seilbahnen gefahren und man hatte einen wunderbaren Blick auf die Stadt. Ein einmaliges Erlebnis!

 

Mayonesa
Nichts hier in Bolivien scheint ohne Mayonese zu sein. Auf meiner Reise konnte ich mich nicht so gut gesund ernähren, da wir oft essen waren. Zu Hause in Puerto Quijarro geht das einfacher, da kann man sich auch jeglichen Salat ohne dicke Mayo machen.

Nationalpark Fauna Andina
Der Nationalpark Fauna Andina im Ostwesten Boliviens, nah an der Grenze zu Chile. Endlose Weiten, Wüsten, Steingebilde, Vulkane, Lagunen, Flamingos – die Bilder sprechen für sich. Für diese Natur liebe ich dieses Land!

 

Oruro
Boliviens Stadt, die sehr berühmt für ihren Karneval ist. Von hier aus sind wir weiter nach Chile gefahren, es war also nur ein kleiner Zwischenstopp. Leider hat die Stadt außer ihrem Karneval im Februar auch nicht wirklich mehr zu bieten.

Potosi
Die höchstgelegene Stadt der Welt mit dem sagenumwobenen „Cerro Rico“, der Berg, der Potosi einst zu der reichsten Stadt der Welt gemacht hat. Hier beuteten die Spanier jahrelang die indigene Bevölkerung aus, die Silber in den Minen des Cerro Rico abbauen mussten. Heute steht fest, dass die Menge an Silber, die nach Spanien verschifft wurde, reichen würde, um eine silberne Brücke von Bolivien nach Spanien zu bauen. Acht Millionen Menschen fanden dort ihren Tod.
Hier habe ich den eindrucksvollsten Moment meiner Reise erlebt: Der Besuch in einer der Minen Potosis. Noch heute arbeiten Männer dort um sich und ihre Familien zu ernähren. Es gibt keine anderen Industrien rund um die Stadt, also bleibt ihnen nichts anderes übrig ihr Leben jeden Tag aufs Spiel zu setzen. Potosi ist wohl die einzige Stadt der Welt, in der man neben Kaugummis Dynamit in den Läden kaufen kann. Vor dem Besuch in einer Mine sind die Besucher dazu angehalten, Geschenke für die Minenarbeiter zu kaufen: Saft, Soda und Beutel mit Koka. Diese haben wir dann den Arbeitern, die wir in der Mine getroffen haben als Dankeschön überreicht. Sie waren sehr freundlich, haben sich dafür interessiert wo wir herkommen und wie es uns dort unten geht.
Die Luft ist dünn, es ist dunkel, staubig, man hört Explosionen und hat irgendwie auch ein bisschen Angst. Ein unvergleichliches Gefühl. Ich für meinen Teil war froh, nach diesen drei Stunden wieder das Sonnenlicht zu erblicken und kann mir einfach nicht vorstellen, wie die Männer dort täglich acht Stunden arbeiten können. Meiner Meinung nach ist das einfach nur unmenschlich. Es wird Zeit, dass die Regierung andere Arbeitsplätze schafft oder dass mindestens die Bedingungen in den Minen verbessert werden. Denn nach eingehender Untersuchung des Berges wurde festgestellt, dass er früher oder später in sich zusammenfallen wird.

Quechua
Die am meisten gesprochene indigene Sprache hier in Bolivien, im Urlaub habe ich es auch das erste Mal gehört. Mittlerweile hatte ich bei einer der Brillenkampagne auch einige Frauen, die nur Quechua sprechen konnten, meistens hat dann eine andere Patientin beim übersetzen geholfen.

Reisen
Zum ersten Mal alleine mit dem Rucksack umherreisen – eine prägende Erfahrung. Man hat nicht immer die schönsten oder luxuriösesten Unterkünfte, aber dafür trifft man umso mehr interessante Leute und erlebt verrückte Dinge. Vielleicht in dem Moment nicht immer so angenehm – wenn man in der Dusche im Hotel Stromschläge bekommt – aber hinterher kann man darüber lachen.

Salar de Uyuni
Die berühmte Salzwüste Boliviens. Unendliche Weiten, das Gefühl meilenweit weg von der Zivilisation zu sein, ein strahlend blauer Himmel über einem weißen Meer – all das erwartet einen bei einem Besuch in der Salar de Uyuni. Ich war drei Tage mit dem Jeep, einem Fahrer und 5 anderen Mädels dort unterwegs. Wir haben gefroren, waren müde und haben uns gefragt was passiert, wenn unser Jeep irgendeinen Schaden abbekommt – was tut man mitten in der Wüste? Dieser Trip gehört bei einem Bolivien Besuch einfach dazu und mit vielen Fotos, tollen Eindrücken und einer unvergesslichen Erfahrung kamen wir nach den drei Tagen wieder in der Zivilisation an.

Titicacasee & Isla del Sol
Der höchst gelegene schiffbare See der Welt und die wunderschöne Isla del Sol – die erste Etappe meiner Reise. Zwei Freiwillige aus meiner Gruppe leben auf der Isla del Sol, das ist eine kleine Insel auf der es keine Autos gibt und auf der alle Lebensmittel vom Festland herangeschifft werden müssen. Es ist wunderschön ruhig, idyllisch und die Kälte geht einem durch Mark und Bein. Ich war zwar im Sommer da, aber für meinen an tropische Hitze gewöhnten Körper war die Höhe und die Kälte anfangs sehr ungewohnt. Ich hatte sehr trockene Haut und andauernd Kopfschmerzen. Trotzdem gehört der Titicacasee zu einer Bolivien Tour dazu! Strahlend blauer Himmel, tiefblaues Wasser, eine wunderschöne Aussicht und die Ruhe einer kleinen Insel. Leider war mir das Wasser dann doch zu kalt, das Bad im Titicacasee habe ich ausgelassen.

Über den Wolken

Viele Lamas
In dem Urlaub habe ich zum ersten Mal hier in Bolivien ein Lama gesehen, nach beinahe 5 Monaten hier! Aber in Santa Cruz in den Tropen gibt es keine Lamas. Und den Unterschied zwischen Lamas und Alpakas habe ich gelernt: Alpakas sind flauschiger, haben viel mehr Fell und sind ein bisschen kleiner.

Welle
So hohe Wellen wie am Pazifik in Chile habe ich noch nie gesehen. Ich dachte schon die Wellen an der Ostsee können sehr hoch werden (ich kann mich an Familienurlaube erinnern, in denen ich nicht so weit raus durfte, weil es zu gefährlich war für mich als kleines Mädchen), aber in Iquique am Strand musste man schon vorsichtig sein. Es macht sehr Spaß sich in eine brechende Welle zu werfen, allerdings kann es auch passieren, dass man mit dem Kopf auf dem Meeresboden landet oder seine Badehose verliert. Unerfahrene Schwimmer sollten da eher in Strandnähe bleiben. Toll fand ich es, die Surfer zu beobachten. Eine aufregende Sportart, die ich selber auch gerne mal ausprobieren würde.
Außerdem standen in der Innenstadt überall Schilder, die vor Tsunamis warnen und Fluchtwege anzeigen. Tsunamis sind in Deutschland so weit weg, man sieht es nur im Fernsehen, aber in Chile habe ich mir zum ersten Mal vorgestellt, wie schrecklich es sein muss, wenn eine gigantische Welle auf die Stadt zurast.

Welle 1

Welle

X-mal einen Sonnebrand geholt
Immer eingecremt mit Sonnenschutzfaktor 50 – trotzdem an Stellen, die man leicht vergisst, immer wieder verbrannt: Knöchel, Nacken, Oberschenkel.

X-mal Sonnenbrand

Yumani
Der Touristenort auf der Isla del Sol, eigentlich gibt es nur hier schöne Restaurants und Hostels. Bis zu den nächsten Orten muss man immer mindestens eine halbe Stunde laufen. In Yumani haben wir einmal mit einem wunderschönem Ausblick zu Mittag gegessen.

Yumani

Zwischenseminar
Der letzte Buchstabe meines Reise Alphabets und auch die letzte Station meiner Reise im Januar: Das Zwischenseminar in Sucre. Leider nur 4 Tage, habe ich mit den anderen Freiwilligen tolle Dinge zusammen erlebt.

Zwischenseminar 3

 

Liebe Grüße & Hasta luego!

Eure Laura

Meine Entdeckung eines neuen Kontinents (1)

Zurück aus dem Urlaub, das Zwischenseminar in Sucre ist nun auch schon vorbei – ich fühle mich erholt und motiviert für die nächsten Monate! Jetzt ist schon fast Halbzeit meines Jahres hier in Bolivien. Am Montag geht meine Arbeit in der Schule weiter und ein bisschen später bekommen wir dann auch einen neuen Kurs bei der Marine. Jetzt geht es endlich zurück in die „Heimat“: nach Puerto Quijarro. Ich hab mich schoneinmal auf endloses schwitzen und viele Mücken eingestellt, das soll wohl jetzt sehr schlimm sein im Februar. Besonders aufpassen muss man da auf Dengue, diese Mücken breiten sich am schnellsten in kleinen Pfützen oder herumstehenden Wassereimern aus, kurz gesagt, in offenen Gewässern. Toll dazu natürlich, dass ich am grössten Binnenfeuchtgebiet der Erde lebe, dem Pantanal. Aber mich scheinen die Mücken nicht ganz so gerne zu haben, ganz zum Leid meiner Mitbewohnerin.

Ein neuer Kontinent? Ich lebe zwar nun schon seit fast einem halbem Jahr hier in Südamerika, aber da ich die Chance hatte, knapp einen Monat zu reisen, kenne ich nun soviele tolle Orte hier und kann und möchte auch behaupten, dass ich Bolivien jetzt besser verstehe. Ein Land verstehen? Ja, das geht nicht so schnell. Besonders bei diesem Land, dass so bunt ist. Beispielsweise La Paz im Westen oder Santa Cruz im Osten – wenn man es nicht wüsste, würde man denken man ist in zwei verschiedenen Ländern. Sogesehen habe ich also ein ganz neuen Kontinent für mich entdeckt.

Meine Reise führte mich von La Paz, dem Regierungssitz Boliviens, auf die Isla del Sol, die Sonneninsel, wo nach einer Legende her die Menschheit entstanden sein soll, weiter in die unglaubliche Salar de Uyuni, zu Lagunen mit Flamingos und endlosen Weiten in Wüsten. In Potosi, einst die reichste und grösste Stadt Südamerikas, begab ich mich tief hinein in eine gar nicht so ungefährliche Mine und in Arica in Chile schwebte ich hoch in den Wolken über dem Pazifik ….

Ein kleiner Vorgeschmack meiner Entdeckung. Ein ausführlicherer Bericht und schöne Fotos folgen demnächst, da ja wie ihr wisst, leider das Internet hier nicht überall so bombastisch ist.

Das viertägige Zwischenseminar war sehr schön. Informativ – wir haben von Max Steiner, dem Präsidenten meiner Organisation (Hostelling International) viele neue Dinge über Bolivien erfahren, zum Beispiel über die Entstehung dieses Landes und über aktuelle Dinge, wie ein anstehendes Volksreferendum im Februar. Interessant – jeder Freiwillige hat einen Vortrag auf Spanisch über seine Arbeitsstelle und sein Leben hier gehalten. Das kommt euch Spanisch vor? Wir können mittlerweile alle sehr gut Spanisch sprechen, uns also nicht mehr. 😉 Gefährlich – ein Selbstverteidigungskurs stand auch auf dem Programm. Mit einigen blauen Flecken aber auch sinnvollen Griffen habe ich auch den überstanden. Steinig – einen Tag sind wir einen Original Inka Pfad entlanggelaufen, dort hatte man eine spektakuläre Aussicht, danach allerdings auch einige Blasen an den Füssen, da die alten Inka nicht gerade auf Komfort ausgerichtet waren. Lustig – endlich war mal wieder unsere grosse Freiwilligengruppe zusammen und das wurde dann am letzten Abend auch gebührend gefeiert. Alle zusammen sind wir erst wieder beim Abfug im Juli, was eigentlich wirklich schade ist.

Aber jetzt wird nicht an den Abflug gedacht, sondern an den zweiten Teil meines Abenteuers hier am anderen Ende der Welt!

Bis bald

Eure Laura

¡Feliz navidad!

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Nur noch ein paar Tage bis Weihnachten und dann rutschen wir auch schon in das Jahr 2016 hinein. Ich hier in Bolivien, viele meiner Freunde irgendwo anders auf der Welt und meine liebe Familie zu Hause in Deutschland. Egal wo wir alle sind, es gibt eins, dass uns alle verbindet: Unsere Herzen. Weihnachten ist ein Fest der Liebe und in Gedanken feiere ich es mit all den Menschen zusammen, die mir am Herzen liegen.
In den letzten Tagen habe ich in einem sozialen Netzwerk eine Frage gelesen: „Euer Jahr 2015, wie würdet ihr es mit nur einem Wort beschreiben?“ Viel Müll findet man in den sozialen Netzwerken, viele Beiträge, die eigentlich überhaupt niemanden interessieren. Über diese Frage jedoch musste ich nachdenken und habe gleichzeitig reflektiert. All das, was dieses Jahr passiert ist und wofür ich dankbar sein kann. Für meine Familie und meine Freunde, die mich in allem unterstützt haben und wegen denen ich nie den Mut verliere. Für die vielen wunderbaren Menschen und Spender, dank denen ich hier dieses Jahr verbringen darf. Euch kann ich gar nicht genug Dank aussprechen! Und auch dankbar für das Schicksal bin ich, welches mich hier nach Bolivien geführt hat. Schon nach diesen 4 Monaten habe ich so viel über das Leben und auch über mich selber lernen dürfen.
Mein Wort für das Jahr 2015: Ereignisreich. In jeder Hinsicht ereignisreich. Wie würdet ihr das jetzt schon wieder fast hinter euch liegende Jahr beschreiben?

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Ein paar Worte zu den letzten Wochen: Den Advent gibt es hier nicht so richtig in Bolivien. Einige Häuser sind geschmückt, wenn dann aber sehr kitschig, mit vielen Lichtern und Glitzer. Da der Dezember und der Januar hier die heißesten Monate in Puerto Quijarro sind, habe ich das Gefühl, das Leben ist noch ein bisschen ruhiger geworden. Die großen Schulferien haben schon angefangen und viele Leute fahren in den Urlaub. Wir haben in unserer WG ein bisschen weihnachtlich dekoriert und sind auch sogar ein bisschen fleißig am Plätzchen backen, nur um ein bisschen Weihnachtsstimmung hierherzuholen.

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Ich weiß noch nicht wie unser Weihnachtsfest ablaufen wird, das ist hier von Familie zu Familie auch sehr unterschiedlich. Die meisten gehen am 24. um Mitternacht in die Kirche, so wie wir in Deutschland auch in die Christmette am 24. gehen. Auch wenn es wohl ganz anders als in Deutschland werden wird, freue ich mich auf eine neue Sichtweise auf das Weihnachtsfest.

Was gibt es sonst noch zu erzählen? Wir haben einen neuen Mitbewohner der einigen Unfug in Hof und Haus anrichtet: Bambino, der neue Hund unserer Gastfamilie.

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Letztens am Pantanal habe ich tatsächlich Krokodile sehen können! Gar nicht so weit entfernt davon hab ich gestanden, während sie sich ein bisschen in der Nachmittagssonne entspannt haben. Und einen Londra, das sind südamerikanische Riesenotter.

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In den letzten beiden Wochen war ich noch einmal auf einer Brillen-Kampagne mit einer meiner Mitbewohnerinnen und wir haben verschiedene wunderschöne kleine Dörfer hier in der Umgebung besuchen können. Auch die Arbeit war eine gute Abwechslung, da wir als Lehrerinnen ja gerade frei haben.

Bei der Naval war nun auch unser letzter Arbeitstag für dieses Jahr und zum Abschluss haben wir mit unseren Schülern Weihnachtslieder gesungen, auf Englisch und Spanisch. Im Januar ist der Großteil von ihnen mit ihrem Pflichtjahr fertig und sie kehren zu ihren Familien zurück. Was mich ein bisschen verwundert hat, war, dass sie Weihnachten und Neujahr nicht bei ihren Familien verbringen dürfen, sie müssen hier bleiben. Wo sie doch Ende Januar sowieso nach Hause zurückkehren, hat mich das ein bisschen verwundert. Nächstes Jahr bekommen wir dann neue Schüler.

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Zum Schluss bleiben mir jetzt noch die guten Wünsche für euch alle übrig. Quiero escribir un poco en español pero yo sé nadie de mi familia en alemania puede entender las frases. Entonces voy a mandar una canción que es muy famoso en todo el mundo.

Feliz navidad, Feliz navidad, Feliz navidad, prospero año y felicidad
Feliz navidad, Feliz navidad, Feliz navidad, prospero año y felicidad

I wanna wish you a merry Christmas I wanna wish you a merry Christmas
I wanna wish you a merry Christmis from the bottom of my heart

Ich wünsche allen ein schönes und entspanntes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in ein neues Jahr! Auf das ihr nicht ausrutschen werdet und einige euer guten Vorsätze in die Tat umwandeln könnt.
Nach Weihnachten geht es für mich erstmal in den Urlaub, neue Orte in diesem wunderschönen Land entdecken

Bis dahin, muchos saludos y hasta luego
Eure Laura ❤

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Lentes para todos – Brillen für alle

Nun habe ich mal wieder Internet hier in Bolivien und da nutze ich meine Zeit um auf meinem Blog ein bisschen zu berichten. Am Anfang hatte ich mir eigentlich das Ziel gesetzt, jede Woche oder wenigstens alle zwei Wochen hier etwas zu schreiben, aber da gibt es zwei Probleme: 1. Ich kann nur einmal im Monat mit meinem Laptop ins Internet und 2. nach einer normalen Arbeitswoche in der Schule gibt es gar nicht soviel spannendes zu berichten.

Aber in den letzten beiden Wochen habe ich in einem anderen Projekt mitgearbeitet, das sich Lentes al Instante oder auch Lentes para todos nennt, übersetzt Brillen ab sofort oder Brillen für alle. Hier in Bolivien sind Brillen sehr teuer und die meisten Menschen können es sich nicht leisten zum Optiker zu gehen, auch weil die meisten Optiker erst in den größeren Städten sind. Selbst wenn die Leute starke Probleme mit den Augen haben, können sie also nicht zum Optiker zu gehen. Mit diesem Projekt (auch initiiert von Hostelling Bolivia, meiner Partnerorganisation) haben wir erst zwei Tage zu Hause in Puerto Quijarro eine Kampagne im Krankenhaus gemacht und im Nachbarort Puerto Suarez. Dann ging es weiter nach Santiagao de Chiquitos, welches ein kleiner Ort westlich von Quijarro ist. Wir haben Kampagnen in verschiedenen kleinen Dörfern gemacht. Dabei ist die Aufgabe von uns Freiwilligen der Sehtest, entweder für Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit. Oftmals haben die Leute die zu uns kommen eine Krankheit, dann können wir ihnen leider nicht helfen. Aber es ist auch immer schön zu sehen wenn die Patienten glücklich mit ihrer neuen Brille sind. Für Jugendliche bis 18 Jahren sind die Brillen gratis und für Erwachsene kosten sie umgerechnet 12 Euro. Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht in dem Projekt mitzuarbeiten, auch wenn ich in der Zeit nicht in der Schule arbeiten konnte. Morgen geht es zurück nach Puerto Quijarro und tatsächlich sind dann schon Sommerferien in der Schule. Das heißt, dass ich erst wieder Anfang Februar in der Schule weiterarbeiten werde, wenn die großen Ferien vorbei sind. Aber im Dezember geht der Englisch Unterricht bei der Naval wieder weiter.

Abgesehen von der Arbeit im Projekt haben wir auch viele tolle neue Orte hier kennengelernt. Die Gegend um Robore (so heißt der nächstgrößere Ort in dem wir auch einen Tag Kampagne gemacht haben) ist wunderschön und im Dezember auch sehr gut besucht von Touristen. Hier gibt es zahllose Hotels und Pensionen, die jetzt noch leer stehen. Eine besondere Attraktion sind die Aguas Calientes, Heiße Wasser, die zu den heißesten Thermalwassern Südamerikas zählen. Das ist ein Fluss, der heißes Wasser führt und es ist einfach traumhaft darin zu baden. Es gibt heiße Quellen, aus denen badewannenheißes Wasser nach oben sprudelt und man kann sich einfach dort hineinsetzen und sich schweben lassen. Das ist wirklich besser als Sauna. In Deutschland bezahlen die Leute viel dafür, aber hier ist einfach alles in der Natur. In Kosmetikstudios in Deutschland sieht man oft Leute ein Fußbad nehmen und in dem Wasser befinden sich Fische. Das sind diese Fische, die die Hornhaut von den Füßen abknabbern. In den Aguas calientes sind diese Fische so zahlreich, dass sie die ganze Zeit über an den Füßen knabbern! Ich hab das Gefühl als sehr angenehm emfpunden. Und auch die Vogelvielfalt war atemberaubend, zum Beispiel haben wir Tukane gesehen.

Außerdem haben wir einen tollen Aussichtspunkt und einen Wasserfall besucht, an dem man auch baden gehen kann. Mich erstaunt immer wieder wie vielfältig Bolivien ist. Der Pantanal und der Amazonas im Osten, die Wüsten im Süden des Landes und die Berge um La Paz. Hier gibt es soviel zu sehen und ich kann nur jedem empfehlen einmal dieses wunderschöne Land zu besuchen.

Auch in Quijarro haben wir in den letzten Wochen ein bisschen die Gegend erkundet. Wir sind über die Grenze nach Brasilien gefahren, in die Stadt Corumbá, die direkt um die Ecke ist. Corumbá ist eine schöne Hafenstadt direkt am Pantanal. Sie wirkt etwas verfallen, aber sobald man in Brasilien ist, merkt man sofort den Unterschied zu Bolivien. Natürlich ist Corumbá größer als Puerto Quijarro, aber man erkennt an den Häusern und an weißen Fassaden, dass Brasilien wesentlich wohlhabender ist. Und auch die Mentalität der Menschen ist anders. In Bolivien geht man nicht im Bikini baden, das ist zu freizügig. Die Männer tragen schon eine längere Badehose aber die Frauen haben eine kurze Hose an und ein T-Shirt, wobei sie manchmal den Bikini darunter tragen. Als ich mit meiner Schule einen Ausflug in ein Schwimmbad nach Brasilien gemacht habe, bin ich auch nicht im Bikini ins Wasser gegangen. Alle Mädchen und Frauen hatten lange Sachen an. Ein Nachtteil sehe ich darin, dass man sich mit den langen nassen Sachen schnell eine Erkältung einfangen kann, aber hier ist es ja meistens um die 30 Grad heiß, da geht das natürlich nicht so schnell.

In dem gleichen Schwimmbad war ich einen Monat später nocheinmal mit meinen Mitbewohnerinnen und an dem Tag waren überwiegend Brasilianer dort, in sehr sehr knappen Bikinis. Die Brasilianer bieten einem auch ständig Bier an und man kommt sehr leicht ins Gespräch, obwohl Portugiesisch anders klingt als Spanisch. Man kann schon einige Sachen verstehen, wenn man Spanisch spricht. Spanisch und Portugiesisch ist ein bisschen wie Deutsch und Holländisch, aber ich persönlich finde Spanisch viel schöner.

In Corumbá haben wir eine Bootsfahrt auf dem Pantanal gemacht und auch dabei konnten wir die atemberaubende Natur Boliviens bewundern. Krokodile, viele verschiedene Vogelarten und auch Cabybaras, das sind Riesenbieber.

Am 1. und 2. November war Dia de Muertos, in Deutschland besser bekannt unter Allerheiligen Allerseelen. Auch hier gehen die Leute auf den Friedhof, allerdings ist das hier in Bolivien alles eher wie eine große Feier. Viele Autos parken vor dem cementerio (Friedhof), man kann Essen und Trinken kaufen, Musik läuft und es ist viel los. Auf dem Friedhof verbringen die Verwandten viel Zeit am Grab des Verstorbenen und bringen Opfer dar, wie Früchte, Gemüse und auch Brot. Die Gräber hier sehen anders aus als in Deutschland, sie sind größer und bestehen oft aus weißen Fliesen.

Eine andere Sache über die ich gerne noch etwas schreiben möchte, weil ich vorher überhaupt nichts darüber wusste und weil ich es sehr interessant finde, sind die Mennoniten hier in Bolivien. Ich finde der Begriff Sekte klingt so vorbelastet, aber im Prinzip sind die Mennoniten solch eine Gruppe. Ich habe schon desöfteren hier an den Busbahnhöfen hellhäutige Frauen mit langen altmodischen Kleidern und Hauben gesehen und Männer mit Latzhosen und außergewöhnlichen Hüten und dabei habe ich mich immer gefragt, was das für eine Gruppe sein könnte. Vom Aussehen her musste ich an die Amisch in Nordamerika denken. Jetzt während der Kampagne hatten wir die Möglichkeit uns mit einem Amerikaner zu unterhalten, der schon viele Jahre hier in Bolivien lebt und fließend Deutsch spricht. Er hat uns ein bisschen die Geschichte der Mennoniten erklärt. Sie kommen ursprünglich aus Polen, sind von dort nach Russland und haben dort viele Jahre gelebt. Nachdem die Probleme dort zunahmen, auch aufgrund Verfolgungen im ersten Weltkrieg, sind sie nach Nordamerika und Kanada ausgewandert und später dann nach Südamerika, wobei Paraguay eines der ersten Länder war. In Bolivien sind sie tatsächlich erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts. Sie sprechen unter sich Plattdeutsch, aber wir können das nicht verstehen, nur einige Wörter. Polnische und russische Elemente machen die Sprache für uns unverständlich. Spanisch spricht der Großteil der Männer, die Frauen eher seltener,. Sie leben weitestgehend abgeschottet, besitzen keine Autos sondern Trecker. Ein bisschen kann man es mit den Amisch in Nordamerika vergleichen, nur in abgeschwächterer Form.
In den Aguas calientes waren die Frauen komplett mit langen verhüllenden Kleidern baden, mit Haube. Auch die Männer hatten ein T-Shirt an und selbst die ganz kleinen waren in langen Kleidern verhüllt und trugen Haarnetze. Allerdings konnte man schon den Unterschied zwischen traditionellen Familien und moderneren erkennen, zum Beispiel habe ich eine jüngere Familie gesehen, bei denen die Kinder normale T-Shirts anstatt eines langen Kleides beim Baden trugen.
Gestern dann sind wir in die Kolonie der Mennoniten gefahren und haben auch dort eine Brillen Kampagne gemacht. Das ist nicht wie ein Dorf, sondern eher ganz viele Höfe auf eine sehr große Fläche verteilt und weit voneinander entfernt. Alles ist sehr gepflegt, es gibt eine Schule und die Menschen bewegen sich mit Kutschen fort. Man hat sich ein bisschen in ein anderen Jahrhundert versetzt gefühlt, aber es war für mich eine einmalige Erfahrung, denn wann sonst kann man schon mal solch eine Kolonie besuchen und sich mit den Menschen unterhalten. Die übrigens sehr, sehr nett sind.

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Corumbá

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Bootsfahrt auf dem Pantanal

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Ein Cabybara

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Mit einer meiner Klassen in der Schule

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Beim Brillenprojekt – Sehtests

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Kampagne

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Auf einem Aussichtspunkt über dem Dorf, in dem wir mit der Kampagne waren

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Auguas Calientes. heißes Wasser zum Baden

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Aus diesen Quellen sprudelt das heiße Wasser, man kann sich schön rein setzen und der Sand ist wie ein Peeling

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Natur pur!

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Die Fische die an den Füßen knabbern

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Auch hier lässt sich schön baden

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Dia de muertos in Puerto Quijarro: Auf dem Friedhof bringen die Leute Früchte und Blumen und verbringen den Tag am Grab des Verwandten

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In der Kolonie der Mennoniten

Ich bin gespannt auf den nächsten Monat und Weihnachten in Bolivien.
Die liebsten Grüße
Eure Laura

La vida en Bolivia

Hola! 🙂

So, nun kommt mal wieder ein neuer Blogeintrag aus dem weit entfernten Bolivien. Wie ja schon gesagt, ich habe in Puerto Quijarro leider nicht genügend Internet dafür. Aber umso schöner wenn ich jetzt ein paar Bilder von den letzten Wochen posten kann.

Dieses Wochenende verbringen wir in Santa Cruz. Wir liegen hier ein bisschen am Pool, erkunden die Stadt, tauschen uns mit den anderen Freiwilligen aus die auch gerade hier sind und genießen die angenehme Wärme. Denn in meinem Heimatort, in Puerto Quijarro, waren es in den letzten Tagen bis zu 45 Grad! Das ist schon hart an der Grenze für mich, denn schon allein vom nichtstun ist man wirklich klitschnass geschwitzt. Und auch egal wieviel Wasser man trinkt, auf Toilette muss man trotzdem nicht weil man ja alles wieder ausschwitzt. 😀

Und hier in der Großstadt ist es natürlich auch ein bisschen abwechslungsreicher, deswegen können wir auch einmal im Monat hier ein Wochenende verbringen.

Die letzten Wochen waren wirklich schön: Ein Alltag ist eingezogen. Spanisch klappt immer besser. Man lernt mehr und mehr Leute kennen und kann Kontakte knüpfen. Die Arbeit in der Schule und bei der Marine macht mir sehr viel Spaß. Und ich habe das Gefühl, dass alles von Tag zu Tag noch schöner wird.

Ich arbeite in zwei verschiedenen Schulen: Montags und Dienstags im Cleidy Duran Pinocho und von Mittwoch bis Freitag an der Frontera. Diese Schule ist direkt gegenüber der Grenze zu Brasilien. Den Unterricht vozubereiten und zu gestalten macht mir wirklich Spaß, auch wenn es natürlich Tage gibt, an denen meine Kleinen nicht ganz so motiviert sind. Aber mit einem kleinen Spiel bekomme ich ihre Aufmerksamkeit meistens wieder. Hier in Bolivien gibt es soviele Feiertage, das ist wirklich ganz anders als in Deutschland! Ich erfahre es meistens spontan wenn morgens kein Unterricht ist, aber Spontanität ist auch so eine Sache: Ohne sie kommt man hier nicht weit! Das gefällt mir so sehr hier.

Nochmal zurück zur Schule: Vor zwei Wochen hat die Cleidy Duran Pinocho ihren 31. Geburtstag gefeiert, da waren eine ganze Woche lang verschiedene Veranstaltungen. Montags war zum Beispiel dann noch zusätzlich el dia de la Madre Tierra, der Tag der Mutter Erde. Mit meinem ersten Kurs haben wir den Müll auf dem Schulhof aufgesammelt und betont, wie wichtig es ist, jeglichen Müll immer in den Mülleimer zu werfen. Denn das ist hier ein großes Problem, oft liegen an den Straßen Bergen von Müll. Es gibt kein Recycling System oder ähnliches und gerade den Kindern muss von Anfang an klar gemacht werden, dass Müll in den Mülleimer gehört. Die Anfänge sind auf jeden Fall schonmal gemacht. An diesem Tag war dann auch noch ein Fußballturnier auf dem Schulhof, bei dem jegliche Klassen gegeneinander gespielt haben. Eine lustige Anekdote: Ich lag abends schon beinahe im Bett, da kommt meine Gastmutter Tatiane und fragt mich, ob ich denn noch gar nicht fertig sei für die Schulfeier heute Abend. Ich war ganz perplex, denn ich wusste gar nichts davon. Es gab ein Programm, bei dem die Schüler getanzt haben, der Direktor hat gesprochen und später haben alle Lehrer zusammen zu Abend gegessen und eine riesige Torte verputzt. So wird hier eben jedes Jahr der Geburtstag der Schule gefeiert. 🙂

Seit zwei Wochen gebe ich auch Englisch Unterricht bei der Naval, also die in Puerto Quijarro stationierte Marine. Die jungen Soldaten sind von 17 bis 22 Jahre alt und da das ganze auf freiwilliger Basis ist, kommen zum Großteil auch nur die zum Unterricht, die etwas lernen wollen und motiviert sind. Es macht also sehr Spaß! Leider ist das Englisch Niveau nicht besonders hoch, aber wir versuchen erstmal ihnen die wichtigsten Grundlagen beizubringen. Das gute ist, dass wir unsere Schüler bei der Naval täglich sehen und so bleibt vielmehr in den Köpfen hängen.

Apropos Marine, vor einer Woche waren Eileen, Anna und ich zu der Geburtstagsfeier der Naval eingeladen. Die Feier hat in einem sehr schicken Hotel stattgefunden: Hotel Pantanal. Dort saßen wir an schicken Tischen um einen großen Pool herum, eine Band hat gespielt und wir haben viel getanzt. Es war ein wirklich schöner Abend!

Heute Abend fahren wir wieder zurück nach Puerto Quijarro, dort kommen wir so gegen sechs Uhr morgens an und natürlich muss ich um sieben wieder in der Schule sein, aber ich kann ja die ganze Nacht im Bus schlafen. 🙂

Ende November fangen hier schon die großen Sommerferien an, die bis Anfang Februar gehen. Verrückt, wenn wir hier Sommer haben ist in Deutschland tiefster Winter. Ich freue mich auf den November hier, mit regelmäßigen Aufgaben in der Schule und bei der Naval. Obwohl, eine Sache ist da… es wird natürlich immer heißer. Da soll es dann auch Tage mit 47 Grad geben.

Aber sollte ich noch nicht geschmolzen sein, werdet ihr bald wieder etwas von mir hören!   Muchos saludos y hasta luego

Eure Laura oder auch Laurita, wie mich viele hier gerne nennen. 🙂 😀

Und nein, Bilder vergesse ich natürlich nicht:

La Fiesta del Departamento Santa Cruz, über das ich im letzten Eintrag geschrieben habe

La Fiesta del Departamento Santa Cruz, über das ich im letzten Eintrag geschrieben habe

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Aleyandros Naval Abschluss

Die ganze Familie mit dem Capitano

Die ganze Familie mit dem Capitano

Leckere Empanadas machen bei Hevert

Leckere Empanadas machen bei Hevert

Beim frittieren

Beim frittieren

Und die fertigen Empanadas!

Und die fertigen Empanadas!

Cavernas - Höhlen

Cavernas – Höhlen

Cascadas - Wasserfälle Hier wollen wir demnächst auch mal schwimmen gehen

Cascadas – Wasserfälle
Hier wollen wir demnächst auch mal schwimmen gehen

Pantanal

Pantanal

Camioneta - Mit dem Pickup ging es raus auf´s Land

Camioneta – Mit dem Pickup ging es raus auf´s Land

Bolivien - Leben auf dem Land

Bolivien – Leben auf dem Land

Die haben wir uns aus dem Wald geholt ...

Die haben wir uns aus dem Wald geholt …

... um daraus später kleine Grashüpfer zu machen!

… um daraus später kleine Grashüpfer zu machen!

Mit süßen kleinen Küken

Mit süßen kleinen Küken

Fußball Turnier in der Schule

Fußball Turnier in der Schule

Geburtstagsfeier und Abendessen mit allen Lehrern

Geburtstagsfeier und Abendessen mit allen Lehrern

Und das letzte Bild: Schick gemacht für den Geburtstag bei der Marine

Und das letzte Bild: Schick gemacht für den Geburtstag bei der Marine

So, ich hoffe die Bilder geben euch einen kleinen Einblick in mein Leben hier.

Bis bald!

Mein Leben in der Hängematte

Mir geht es sehr gut! Me siento genial!! 🙂 Bisher hatte ich sehr viel frei wegen etwaigen Feiertagen. Da ist nicht mal nur ein Tag unterrichtsfrei, sondern gleich die ganze Woche. Am 24. September war zum Beispiel la Fiesta del Departamento Santa Cruz. Jedes eigene Departamento (von denen es 9 hier in Bolivien gibt) hat einen eigenen Feiertag. Hier in Puerto Quijarro war auf der großen Plaza eine kleine Entrada (Umzug oder Parade), bei der sich jede Schule der Stadt vorgestellt hat. Jede Klasse hat etwas gebastelt und es präsentiert. Dazu gab es eine Bühne auf der ein Moderator stand und noch zahlreiche andere Leute saßen. An diesem Tag wurde festgelegt, dass der internationale Gerichtshof darüber entscheidet, ob Bolivien ein Teil der Küste, den es im Salpeterkrieg zwischen 1879 und 1884 an Chile verlor, wiederanerkannt bekommt. Die Bolivianer haben diese enclaustramiento (Einschließung) bis heute nicht vergessen. Dass nun der internationale Gerichtshof darüber entscheidet, war für die Bolivianer ein großer Grund zur Freude. Den ganzen Tag war auf der Plaza eine Fiesta mit leckerem Essen und viel Musik.

Apropos leckeres Essen: Bei Hevert, einem Freund, der jedes Jahr viel mit den Freiwilligen unternimmt, haben wir gelernt, wie man Empanadas macht. Diese gefüllten Teigtaschen sind sehr lecker und ich freue mich schon darauf, sie auch einmal in Deutschland zu machen! 🙂

Außerdem durften wir an der Abschlussveranstaltung bei der Naval, also Marine, von unserem Gastbruder Aleyandro teilnehmen. Er hat sein Pflichtjahr dort beendet und aufgrund dessen hat dort eine Zeremonie stattgefunden. Danach waren wir noch zu einer Familienfeier eingeladen. Dort haben wir alle kennengelernt, was sehr schön war. Aleyandro wird ab Dezember in Cochabamba Militär studieren.

Nunja, unter der Woche sind Mareike und ich in der Schule beschäftigt und Anna und Eileen arbeiten im Krankenhaus. Ich bin nun noch in einer anderen Schule tätig, dort, wo auch meine Gastmama Tatiane Kindergärtnerin ist.

Die Wochenenden eignen sich natürlich toll für Ausflüge. Mit ein paar Schülern aus der Umgebung waren wir bei Höhlen und kleinen Wasserfällen hier in der Gegend. Das war schon abenteuerlich in den Höhlen rumzukriechen! Und zu den Wasserfällen wollen wir an einem ruhigen Wochenende nochmal zum Schwimmen zurückkehren.

Weiterhin sind wir mit Hevert auf´s Land gefahren, in einen Ort namens Mutun. Dort haben wir eine sehr nette Familie besucht und sind durch den Wald oder auch durch den Dschungel hier gewandert. Das war eine sehr tolle Erfahrung. Auch zu sehen, wie die Menschen hier auf dem Land leben, das ist nochmal ein großer Unterschied zu unserer Kleinstadt. Ab nächster Woche fangen Anna, Eileen und ich dann an, Englischstunden bei der Naval zu geben. Ich bin sehr gespannt darauf und hoffe, dass die jungen Soldaten ein bisschen Motivation mitbringen!

Viele liebe Grüße aus Bolivien – Muchos saludos 🙂

Ich begebe mich dann mal wieder an meinen Lieblingsort … Die Hängematte!

Hasta luego, Laura

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