Es beginnt sich wie ein zu Hause anzufühlen

Jetzt bin ich schon beinahe einen Monat hier in diesem Land. Welches ich wunderschön finde: Die Herzlichkeit und Leichtigkeit der Menschen. Die Kinder, die ich in der Schule unterrichten darf und die die direkt am ersten Tag ihre Arme um mich geschlungen haben. Die exotischen Früchte, Getränke und solche Gerichte wie Empanadas (gefüllte Teigtaschen) oder Sil Pancho (Reis, leckeres Fleisch, Tomaten, Soße und Kartoffeln). Die endlosen Sommertage, den wolkenlosen Himmel und der riesige Vollmond, der hier viel weiter unten zu stehen scheint. Den wunderschönen Pantanal hier in der Gegend um Quijarro, mit einer atemberaubenden Tier- und Pflanzenwelt. Der Blick aus Quijarro rüber nach Brasilien, wo sich plötzlich riesige Berge am Horizont abzeichnen. Oder auch die viele Zeit die ich hier habe, um gemütlich in der Hängematte zu liegen und in meinem Lieblingsbuch zu schmökern.

Allerdings hat alles zwei Seiten. Ich habe realisiert, was für ein armes Land Bolivien ist. Wie wenig Geld hier die meisten Menschen haben und in was für Häusern sie wohnen. (Ich kann mich glücklich schätzen, dass meine Gastfamilie so wohlhabend ist.)
Die ganzen Hunde, die hier auf den Straßen umherlaufen und so abgemagert aussehen. Die Nächte, in denen ich immer wieder aufwache, entweder vom lauten Hundegebell durchs komplette Dorf, durch laute Musik in der Nachbarschaft oder durch die unerträgliche Hitze. Sommer- schön, ja, auf jeden Fall, aber schon beim Frühstück bei 32 Grad anfangen zu schwitzen und mittags dann bei 40 Grad klitschnass aus der Schule zu kommen – nicht so schön. Unsere Papageien, die mich gerade in diesem Moment durch ihr Geschnatter aufregen. Die Abgase hier in der Luft. Wäsche per Hand waschen bei 35 Grad im Schatten. Kein Internet zu haben. Soviel auf Spanisch nicht zu verstehen. Und das hin und her wenn es um Entscheidungen geht – hier scheint nie etwas so hundertprozentig festzustehen.

Beides, gutes und schlechtes, könnte ich wahrscheinlich noch lange so weiterführen. Meine Sicht auf die Dinge wird sich auch bestimmt noch wandeln. Ich habe schon jetzt soviel gesehen und gemacht. Um ein cooles Beispiel zu nennen: Statt Hühnerbrühe bei Erkältung habe ich hier eine Piranha Suppe gegessen und sie war ausgesprochen lecker. Trotz anfänglicher Skepsis aufgrund der spitzen Zähne und des flutschigen Auges des Fischkopfes.

So langsam kommt auch hier ein Alltag und das fühlt sich gut an. So langsam spüre ich, dass das hier mein neues zu Hause werden kann.

Aber heute führt mich mein Weg erstmal zurück in die Hauptstadt des Landes, in die weiße Stadt Sucre. Ich freue mich auf den Sprachkurs und eine hoffentlich erfolgreiche Visumbeantragung. Die nächsten zwei Wochen werde ich hier in Sucre mit den anderen Freiwilligen verbringen und dabei die Stadt bestimmt noch näher kennenlernen.

Jetzt kommen auch endlich ein paar mehr Bilder aus Bolivien und Puerto Quijarro.

Liebe Grüße nach Deutschland – Hasta luego

Laura

Der allererste Eindruck vom Dorf morgens frühs um sechs, nachdem wir aus dem Bus ausgestiegen sind

Der allererste Eindruck vom Dorf morgens frühs um sechs, nachdem wir aus dem Bus ausgestiegen sind

Unsere kleine aber feine Küche Unten sieht man ein 20 Liter Kanister. Die kaufen wir immer nebenan in der Tienda (kleiner Laden)

Unsere kleine aber feine Küche
Unten sieht man ein 20 Liter Kanister. Die kaufen wir immer nebenan in der Tienda (kleiner Laden)

Unsere Terasse oder auch Wohnzimmer und Esszimmer

Unsere Terasse oder auch Wohnzimmer und Esszimmer

Zwei Hängematten - sehr gut zum entspannen bei 40 Grad im Schatten

Zwei Hängematten – sehr gut zum entspannen bei 40 Grad im Schatten

Das Badezimmer (wenn man auf dem Klo sitzt, sitzt man eigentlich auch direkt unter der Dusche)  Bei den heißen Temperaturen in Quijarro lässt es sich mit dem kalten Wasser ganz gut aushalten

Das Badezimmer (wenn man auf dem Klo sitzt, sitzt man eigentlich auch direkt unter der Dusche)
Bei den heißen Temperaturen in Quijarro lässt es sich mit dem kalten Wasser ganz gut aushalten

Mi cama - mein Bett  Die Kommode nutze ich mit meiner Mitbewohnerin

Mi cama – mein Bett
Die Kommode nutze ich mit meiner Mitbewohnerin

Die Papageien unserer Gastfamilie (ich glaube sie sind böse)

Die Papageien unserer Gastfamilie (ich glaube sie sind böse)

Eine meiner Mitbewohnerinnen beim Waschen (Handwäsche kann bei den Temperaturen schon echt anstrengend sein!)

Eine meiner Mitbewohnerinnen beim Waschen (Handwäsche kann bei den Temperaturen schon echt anstrengend sein!)

Unser gemeinsamer Hof mit der Gastfamilie

Unser gemeinsamer Hof mit der Gastfamilie

Unsere trächtige Katze Jolina und ich. Mittlerweile hat sie geworfen, leider hat sie die kleinen abgestoßen und die Mutter unserer Gastmama zieht sie jetzt mit der Hand auf.

Unsere trächtige Katze Jolina und ich. Mittlerweile hat sie geworfen, leider hat sie die kleinen abgestoßen und die Mutter unserer Gastmama zieht sie jetzt mit der Hand auf.

Eine leckere, exotische Frucht (ich weiß leider ihren Namen nicht mehr :D )

Eine leckere, exotische Frucht (ich weiß leider ihren Namen nicht mehr)

Wochenend Ausflug zum Pantanal - inklusive atemberaubender Natur und Angeln lernen!

Wochenend Ausflug zum Pantanal – inklusive atemberaubender Natur und Angeln lernen!

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Hier sind nun endlich auch die versprochenen Fotos aus Bolivien!

Muchos saludos 🙂

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