Me gusta Sucre – ich mag Sucre

Wie aufregend – heute auf den Tag bin ich genau einen Monat in Bolivien! Vor einem Monat habe ich mich meinen Koffer gepackt, mich von meinen Lieben in Deutschland verabschiedet und in den Flieger gesetzt. Die Zeit fliegt schon wieder.
Die letzte Woche hier in Sucre war sehr schön. Ich übe jeden Tag fleißig Spanisch und gehe zum Sprachkurs (leider habe ich das Gefühl, dass es irgendwie nicht besser wird), wir gehen oft leckere Sachen essen (hier in der Stadt gibt es wesentlich mehr zu essen als bei uns in den Einsatzstellen) und in der Stadt gibt es eigentlich immer was zu sehen und zu machen.
Wir waren auf dem Mercado Central frühstücken, dort gibt es für weniger als 1 Euro (!) ein Getränk namens Api und Bunuelos. Api ist ein warmes Getränk, dass mich ein kleines bisschen an Kirschsaft erinnert. Hier in Bolivien ist es eine Heißgetränk-Spezialität auf Basis von Lila-Mais. Sehr, sehr lecker zum Frühstück. Und Bunuelos sind ein bisschen wie frittierte Teigtaschen und man macht sich Honig darauf.
Auf dem Mercado Central kann man auch ganz toll Milchshakes trinken gehen. Man sucht sich eine Frucht aus und dann wird der Shake direkt gemixt und man bekommt sogar nochmal nachgeschenkt. Die große Markthalle ist toll. Soviele verschiedene Gerüche und Geräusche. Dort gibt es alle Früchte die das Herz begehrt und natürlich auch viel Fleisch. Ein bisschen geschockt war ich von einer Kuhschnauze, das war ein gewöhnungsbedürftiger Anblick.

Gestern war hier in Sucre la Fiesta de la Virgen de Guadalupe, das Fest der Schutzpatronin von der Stadt. Und uns, den weltwärts und IJFD Freiwilligen aus dem Hostel, wurde die tolle Möglichkeit geboten, bei der Entrada, dem großen Umzug hier anlässlich des Festes, mitzutanzen! Das ist schon eine große Ehre, denn normalerweise tanzen keine Gringos und Gringas bei der Entrada mit. Zwei Tage vor dem Fest haben wir unsere Schritte eingeübt und den Abend davor dann die Kostüme bekommen. Ich war in der Gruppe der „Cholitas“, der Tanzmädchen. Wir hatten einen Rock, Bluse, den typischen Haarschmuck der bolivianischen Frauen (dabei werden Bänder ins Haar miteingeflochten), ein Tuch zum umhängen und Sandalen. Die Sandalen waren die unbequemsten Schuhe, die ich je getragen habe: Sie sind aus Gummi und es scheuert an jeder Ecke und man läuft auf Nägeln umher. Nunja. Auf jeden Fall gab es in unserer Tanzgruppe noch tolle andere Kostüme wie die „Abuelos“ (die Opas), den Condor, die „Diabolos“ (die Teufel) oder auch el Oso (den Bären). Wir waren eine bunt gemischte Truppe und wir Tanzmädchen die einzigen nicht-schwarzhaarigen, die im ganzen Zug mitgelaufen sind. Schon als wir uns vom Hostel auf den Weg gemacht haben, wurden wir von allen Seiten angestarrt und angepfiffen. Was gibt es schon auffälligeres in Bolivien als eine Gringa, die sich als Bolivianerin verkleidet?

Auf jeden Fall ging es dann in der prallen Sonne los und wir tanzten und tanzten. Die Leute fanden uns wohl sehr gut, denn wir wurden bejubelt von den Seiten (schon Tage vor dem Fest reservieren sich die Leute die besten Plätze entlang der Entrada) und mussten Fotos mit zahlreichen Schaulustigen machen. An jeder Ecke kann man sich eine Kleinigkeit zu essen kaufen, ob Hambuger oder Empanadas. Verkäufer laufen herum mit Eis, kandierten Äpfeln und anderen Leckereien. Eigentlich ist Alkohol offiziell verboten auf der Straße, aber zwischendurch gab es immer mal einen Schluck aus einem riesigen Trinkhorn (ich glaube darin war Rum). Auch wenn unsere Füße schrecklich schmerzten hatten wir soviel Spaß! Nach 7 Stunden Tanzen kamen wir dann auch am Zielpunkt der Entrada an, wo es noch ein großes Feuerwerk gab. Wir waren echt stolz auf uns und sehr, sehr glücklich.

Ich habe es schon irgendwie als eine kleine Ehre empfunden, dort mitzutanzen. Klar ist es auch toll, sich den ganzen Zug anzuschauen, es gab nämlich wirklich großartige Kostüme und Tanzdarbietungen, aber dieses Gefühl mitzumachen und ein Teil davon zu sein, ist schon unbeschreiblich. Den Tag werde ich nie wieder vergessen (auch, weil meine Füße noch nie so weh getan haben, dass es sich anfühlt wie auf Scherben zu laufen).
Hier in Südamerika ist das Leben an manchen Tagen eine endlose Fiesta!

Und hier natürlich noch ein paar Bilder:

Zusammen beim Frühstück auf dem Mercado Central

Zusammen beim Frühstück auf dem Mercado Central

Der Anblick der Kuhschnauze

Der Anblick der Kuhschnauze

Meine Flechtefrisur

Meine Flechtefrisur

Wir aus Puerto Quijarro

Wir aus Puerto Quijarro

Hasta luego

Laura

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