Meine Entdeckung eines neuen Kontinents (2): Reise-ABC

Arica – Die nördlichste Küstenstadt Chiles mit einem riesigen Felsen am Meer als Wahrzeichen. Auf diesem Felsen steht auch eine große Jesus Statue. Vielleicht nicht die schönste Stadt, aber sie hat ihren Charme. Es gibt einige schöne Restaurants, tolle Surferwellen, drei große Strände und den Spirit einer süd-amerikanischen Stadt am Pazifik. Hier habe ich auch zum ersten Mal Paragliding gemacht. Fliegend über dem Pazifik… Ein tolles Gefühl, kann ich nur jedem empfehlen!

Arica

Busfahren
Auf jeder Reise kann man sich hier natürlich auch mit dem Flugzeug fortbewegen, aber da das teuer ist, fahren die meisten Leute hier mit dem Bus von A nach B. Endlose Stunden habe ich hier schon im Bus verbracht, allerdings sind die Südamerikaner uns Europäern da um einiges voraus: Die Reisebusse sind meistens sehr komfortabel, die Sitze lassen sich in eine Schlafposition stellen und man kann die vielen Stunden einfach durchschlafen. Natürlich kann man auch Unglück mit seiner Busgesellschaft haben… Dann heißt es schwitzen wegen fehlender Klimaanlage, frieren wegen zu gut funktionierender Klimaanlage, Sitze, die sich nicht nach hinten stellen lassen oder auch 5 Stunden in der Pampa warten wegen einem Motorschaden. Busfahren ist hier ein Abenteuer!

Busfahren

Cochabamba
Eine florierende, bunte, aufregende Stadt mit der zweit größten Christus Statue der Welt. Die größte steht in Rio de Janeiro? Falsch gedacht. Die größte befindet sich in Polen, dann kommt Cochabamba mit 34 Metern und danach erst Rio de Janeiro. Die in Rio ist 33 Meter hoch, nach den 33 Jahren die Jesus gelebt haben soll. Die Bolivianer sagen zu ihrer Christus Statue „33 metros y un pocito“, also 33 und ein bisschen. Mittlerweile kann man mit einer Seilbahn zu der Statue hochfahren, ich bin hochgelaufen, was in dem Moment sehr anstrengend war, sich im Enddeffekt aber gelohnt hat.

Cochabamba

Dakar Raylle
Ich war den Tag, bevor die berühmte Dakar Raylle begonnen hat, in Uyuni, dem diesjährigen Austragungsort. Leider sind wir den Abend weitergefahren, gerne hätte ich mir das ein bisschen angeschaut. Die ganze Stadt war voller Besucher, in der Innenstadt waren Bühnen und unzählige Verkaufsstände aufgebaut und überall prangte das berühmte Symbol der Dakar Raylle. Leider hat Bolivien nicht wirklich gut abgeschnitten.

Extrem aufpassen auf jegliche Wertsachen: Besonders in den Großstädten wie La Paz und Cochabamba war ich besonders auf der Hut. Glücklicherweise wurde mir nicht einmal etwas gestohlen.

Flamingos
Im Nationalpark Fauna Andina leben in verschiedenen Lagunen Flamingos.
Eine Sache, die ich äußerst interessant finde und die ich erst auf dem Zwischenseminar gelernt habe: Wie kommt es, dass Flamingos, normalerweise Wassertiere, auf einer Höhe von über 3 000 Metern leben? (In dem Nationalpark habe ich auch meinen persönlichen Höhenrekord von 4 900 Metern geknackt.) Als der Kontinent Südamerika entstand, wurden die Erdplatten gegeneinander gedrückt und in Millionen von Jahren entstanden die Anden. Anfangs lebten die süßen pinken Flamingos also ungefähr auf Höhe des Meeresspiegels und mit ihrem Lebensraum wurden sie immer höher und höher „gepresst“ und da dies innerhalb von Millionen von Jahren geschah, konnten sich die Tiere anpassen und leben nun in den wunderschönen Lagunen mitten in der Wüste. Wow!

Flamingos

Flamingos 1

 

Geysire
Im Nationalpark gibt es einige Geysire, Stellen im Boden, aus denen sehr heißes Gas herausströmt. Wir waren sehr früh morgens dort und ich konnte mich schön aufwärmen, da es sich nachts in der Wüste extrem abgekühlt hat.

Geysire

Hamburguesa
Schon so oft hier gegessen in Bolivien, auf meiner Reise natürlich auch. Die bolivianische Küche ist nicht gerade die raffinierteste, mit Gewürzen werfen sie auch nicht gerade um sich. Trotzdem gibt es einige tolle und sehr leckere Gerichte. Hamburguesas gibt es hier eigentlich an jeder Straßenecke und im Gegensatz zu Deutschland sind diese hier mit einem Ei, oftmals auch mit Mais, und natürlich mit Tomate, Zwiebeln, Schinken, Fleisch und am ungewöhnlichsten: mit Pommes belegt.

Iquique
Die erste Stadt, die ich in Chile besucht habe. Direkt am Pazifik, mit hohen Sandbergen dahinter, hat Iquique gleich Eindruck auf mich gemacht. Hier kann man wunderbar den ganzen Tag am Strand verbringen, schön essen gehen, abends den Sonnenuntergang betrachten und das Leben Leben sein lassen. Ein kleiner Schock: Die chilenischen Preise. In Chile sind die Preise ungefähr wie in Europa und wenn man an Bolivien gewöhnt ist, kann einen das am Anfang sehr irritieren. Auch Land und Leute sind viel europäischer.

Jede Menge Spaß
An diesen Urlaub werde ich mich wohl mein Leben lang erinnern; soviel gesehen, erlebt und gelacht.

 

Karneval
Karneval habe ich dieses Jahr in Brasilien gefeiert. Da Puerto Quijarro direkt an der brasilianischen Grenze liegt, lag es nahe, nach Corumbá zu fahren. Das ist eine mittelgroße Stadt direkt gegenüber von Quijarro in Brasilien. Dort gab es fünf Tage lang Umzüge und große Partys. Der Umzug mit den Samba Tänzern war wirklich toll: stimmungsvolle Musik, bunte Kostüme, tolle Tänzer und Tänzerinnen und eine ausgelassene Stimmung! Das war eine ganz besondere Erfahrung für mich Karneval in Brasilien zu feiern und ich bin froh, dass ich mir kein Zika oder Dengue eingefangen habe, da Zika gerade ein großes Thema in Brasilien darstellt.
Ansonsten ist die Karnevalszeit hier sehr besonders: Es gibt für alle freie Tage, die Familien essen zusammen und feiern und alle, besonders die Kinder, spielen den lieben langen Tag mit Wasser. Man wird mitten auf der Straße mit Wasserbomben abgeworfen, auch in fahrende Autos werden Luftballons mit Wasser geworfen. Da darf man dann nicht zimperlich sein, denn das gehört hier an Karneval einfach dazu. In meiner Schule haben die Schüler am Freitag vor dem Karnevalswochenende auch eine lustige Wasserschlacht veranstaltet, einige waren auch verkleidet, was für die Erwachsenen hier allerdings nicht üblich ist.

La Paz
In La Paz (Regierungssitz Boliviens) habe ich Silvester verbracht und das Feuerwerk an den Hängen der Stadt zu betrachten war toll. Eingebettet in ein Tal inmitten der Anden ist La Paz – was übersetzt der Frieden bedeutet – eine eindrucksvolle Stadt. El Alto, einst ein Stadtteil La Paz´ und heute eine eigenständige Stadt und mittlerweile schon mit mehr Einwohnern, liegt oben am Rande des Talkessels und wird überwiegend von indigenen Einwohnern bevölkert. Ein spannender Teil der Stadt ist meiner Meinung nach das Seilbahnsystem. Vor einigen Jahren erst von den Österreichern errichtet, befördert es heute auf eine ökologische und ökonomische Weise die Einwohner aus dem Tal an den oberen Rand der Stadt und nach El Alto. Natürlich bin ich auch mit einer der Seilbahnen gefahren und man hatte einen wunderbaren Blick auf die Stadt. Ein einmaliges Erlebnis!

 

Mayonesa
Nichts hier in Bolivien scheint ohne Mayonese zu sein. Auf meiner Reise konnte ich mich nicht so gut gesund ernähren, da wir oft essen waren. Zu Hause in Puerto Quijarro geht das einfacher, da kann man sich auch jeglichen Salat ohne dicke Mayo machen.

Nationalpark Fauna Andina
Der Nationalpark Fauna Andina im Ostwesten Boliviens, nah an der Grenze zu Chile. Endlose Weiten, Wüsten, Steingebilde, Vulkane, Lagunen, Flamingos – die Bilder sprechen für sich. Für diese Natur liebe ich dieses Land!

 

Oruro
Boliviens Stadt, die sehr berühmt für ihren Karneval ist. Von hier aus sind wir weiter nach Chile gefahren, es war also nur ein kleiner Zwischenstopp. Leider hat die Stadt außer ihrem Karneval im Februar auch nicht wirklich mehr zu bieten.

Potosi
Die höchstgelegene Stadt der Welt mit dem sagenumwobenen „Cerro Rico“, der Berg, der Potosi einst zu der reichsten Stadt der Welt gemacht hat. Hier beuteten die Spanier jahrelang die indigene Bevölkerung aus, die Silber in den Minen des Cerro Rico abbauen mussten. Heute steht fest, dass die Menge an Silber, die nach Spanien verschifft wurde, reichen würde, um eine silberne Brücke von Bolivien nach Spanien zu bauen. Acht Millionen Menschen fanden dort ihren Tod.
Hier habe ich den eindrucksvollsten Moment meiner Reise erlebt: Der Besuch in einer der Minen Potosis. Noch heute arbeiten Männer dort um sich und ihre Familien zu ernähren. Es gibt keine anderen Industrien rund um die Stadt, also bleibt ihnen nichts anderes übrig ihr Leben jeden Tag aufs Spiel zu setzen. Potosi ist wohl die einzige Stadt der Welt, in der man neben Kaugummis Dynamit in den Läden kaufen kann. Vor dem Besuch in einer Mine sind die Besucher dazu angehalten, Geschenke für die Minenarbeiter zu kaufen: Saft, Soda und Beutel mit Koka. Diese haben wir dann den Arbeitern, die wir in der Mine getroffen haben als Dankeschön überreicht. Sie waren sehr freundlich, haben sich dafür interessiert wo wir herkommen und wie es uns dort unten geht.
Die Luft ist dünn, es ist dunkel, staubig, man hört Explosionen und hat irgendwie auch ein bisschen Angst. Ein unvergleichliches Gefühl. Ich für meinen Teil war froh, nach diesen drei Stunden wieder das Sonnenlicht zu erblicken und kann mir einfach nicht vorstellen, wie die Männer dort täglich acht Stunden arbeiten können. Meiner Meinung nach ist das einfach nur unmenschlich. Es wird Zeit, dass die Regierung andere Arbeitsplätze schafft oder dass mindestens die Bedingungen in den Minen verbessert werden. Denn nach eingehender Untersuchung des Berges wurde festgestellt, dass er früher oder später in sich zusammenfallen wird.

Quechua
Die am meisten gesprochene indigene Sprache hier in Bolivien, im Urlaub habe ich es auch das erste Mal gehört. Mittlerweile hatte ich bei einer der Brillenkampagne auch einige Frauen, die nur Quechua sprechen konnten, meistens hat dann eine andere Patientin beim übersetzen geholfen.

Reisen
Zum ersten Mal alleine mit dem Rucksack umherreisen – eine prägende Erfahrung. Man hat nicht immer die schönsten oder luxuriösesten Unterkünfte, aber dafür trifft man umso mehr interessante Leute und erlebt verrückte Dinge. Vielleicht in dem Moment nicht immer so angenehm – wenn man in der Dusche im Hotel Stromschläge bekommt – aber hinterher kann man darüber lachen.

Salar de Uyuni
Die berühmte Salzwüste Boliviens. Unendliche Weiten, das Gefühl meilenweit weg von der Zivilisation zu sein, ein strahlend blauer Himmel über einem weißen Meer – all das erwartet einen bei einem Besuch in der Salar de Uyuni. Ich war drei Tage mit dem Jeep, einem Fahrer und 5 anderen Mädels dort unterwegs. Wir haben gefroren, waren müde und haben uns gefragt was passiert, wenn unser Jeep irgendeinen Schaden abbekommt – was tut man mitten in der Wüste? Dieser Trip gehört bei einem Bolivien Besuch einfach dazu und mit vielen Fotos, tollen Eindrücken und einer unvergesslichen Erfahrung kamen wir nach den drei Tagen wieder in der Zivilisation an.

Titicacasee & Isla del Sol
Der höchst gelegene schiffbare See der Welt und die wunderschöne Isla del Sol – die erste Etappe meiner Reise. Zwei Freiwillige aus meiner Gruppe leben auf der Isla del Sol, das ist eine kleine Insel auf der es keine Autos gibt und auf der alle Lebensmittel vom Festland herangeschifft werden müssen. Es ist wunderschön ruhig, idyllisch und die Kälte geht einem durch Mark und Bein. Ich war zwar im Sommer da, aber für meinen an tropische Hitze gewöhnten Körper war die Höhe und die Kälte anfangs sehr ungewohnt. Ich hatte sehr trockene Haut und andauernd Kopfschmerzen. Trotzdem gehört der Titicacasee zu einer Bolivien Tour dazu! Strahlend blauer Himmel, tiefblaues Wasser, eine wunderschöne Aussicht und die Ruhe einer kleinen Insel. Leider war mir das Wasser dann doch zu kalt, das Bad im Titicacasee habe ich ausgelassen.

Über den Wolken

Viele Lamas
In dem Urlaub habe ich zum ersten Mal hier in Bolivien ein Lama gesehen, nach beinahe 5 Monaten hier! Aber in Santa Cruz in den Tropen gibt es keine Lamas. Und den Unterschied zwischen Lamas und Alpakas habe ich gelernt: Alpakas sind flauschiger, haben viel mehr Fell und sind ein bisschen kleiner.

Welle
So hohe Wellen wie am Pazifik in Chile habe ich noch nie gesehen. Ich dachte schon die Wellen an der Ostsee können sehr hoch werden (ich kann mich an Familienurlaube erinnern, in denen ich nicht so weit raus durfte, weil es zu gefährlich war für mich als kleines Mädchen), aber in Iquique am Strand musste man schon vorsichtig sein. Es macht sehr Spaß sich in eine brechende Welle zu werfen, allerdings kann es auch passieren, dass man mit dem Kopf auf dem Meeresboden landet oder seine Badehose verliert. Unerfahrene Schwimmer sollten da eher in Strandnähe bleiben. Toll fand ich es, die Surfer zu beobachten. Eine aufregende Sportart, die ich selber auch gerne mal ausprobieren würde.
Außerdem standen in der Innenstadt überall Schilder, die vor Tsunamis warnen und Fluchtwege anzeigen. Tsunamis sind in Deutschland so weit weg, man sieht es nur im Fernsehen, aber in Chile habe ich mir zum ersten Mal vorgestellt, wie schrecklich es sein muss, wenn eine gigantische Welle auf die Stadt zurast.

Welle 1

Welle

X-mal einen Sonnebrand geholt
Immer eingecremt mit Sonnenschutzfaktor 50 – trotzdem an Stellen, die man leicht vergisst, immer wieder verbrannt: Knöchel, Nacken, Oberschenkel.

X-mal Sonnenbrand

Yumani
Der Touristenort auf der Isla del Sol, eigentlich gibt es nur hier schöne Restaurants und Hostels. Bis zu den nächsten Orten muss man immer mindestens eine halbe Stunde laufen. In Yumani haben wir einmal mit einem wunderschönem Ausblick zu Mittag gegessen.

Yumani

Zwischenseminar
Der letzte Buchstabe meines Reise Alphabets und auch die letzte Station meiner Reise im Januar: Das Zwischenseminar in Sucre. Leider nur 4 Tage, habe ich mit den anderen Freiwilligen tolle Dinge zusammen erlebt.

Zwischenseminar 3

 

Liebe Grüße & Hasta luego!

Eure Laura

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