Enseñar Ingles – Englisch unterrichten

„Una escuela funciona bien cuando el alumno aprende con satisfacción.“
Eine Schule funktioniert gut, wenn der Schüler mit Zufriedenheit lernt.

Meine tägliche Arbeit hier – es gibt Tage an denen ich fast weinend aus den Kursen herauslaufe, weil ich die Schüler einfach nicht ruhig bekomme. An anderen Tagen bin ich so glücklich und mir macht alles so Spaß; schon vor der Stunde kommen meine Kleinen auf mich zu gerannt, fragen, ob wir heute Englisch zusammen haben und lassen mich gar nicht mehr los.
Man kann sich den Englisch Unterricht hier in Bolivien auf keinen Fall so vorstellen wie in Deutschland. Mit solchen Erwartungen bin ich auch hierhergekommen. Was, ich soll jetzt Kinder in Englisch unterrichten? Ich bin doch dafür gar nicht ausgebildet. Anfangs war ich auch unsicher und wusste nicht, ob das alles so gut ist wie ich es mache, aber mittlerweile habe ich einfach eine Routine reinbekommen und kann in meine Fähigkeiten vertrauen.

In Bolivien spricht kaum jemand Englisch. Es gibt tatsächlich einige Englisch Lehrer, meistens werden diese aber einfach vor die Klasse hingestellt ohne überhaupt etwas zu können, außer vielleicht „Good morning“. Das ist wirklich schade, denn wenn der Unterricht schon sehr früh beginnt, sagen wir ab der 3.Klasse (so wie in Deutschland auch) und es fähige Lehrer gibt, könnten die Schüler schnell Fortschritte in Englisch machen und sogar ein Gefühl für die Sprache entwickeln. Denn das ist wichtig wenn man eine neue Sprache lernt; irgendwann nicht mehr alles in seine Muttersprache übersetzen, sondern richtig in der neuen Sprache „drin sein“. Das ist mir auch an mir selbst dieses Jahr beim Spanisch lernen aufgefallen.
Leider wird der Englisch Unterricht nicht wirklich ernst genommen. Die Lehrer freuen sich immer wenn ich komme und aushelfe, aber ich bin nun mal nur eine Freiwillige. Und um den Kindern Noten zu geben bin ich nun gar nicht ausgebildet. Ein Bekannter aus dem Ort, der früher als Englisch Lehrer gearbeitet hat, hat mir ein bisschen darüber erzählt. Er ist nicht richtig zurecht gekommen mit der Einstellung der Schuldirektoren gegenüber dem Englisch Unterricht; zum Beispiel wurden die Noten von sonst sehr guten Schülern in Englisch einfach um ein oder zwei Noten verbessert, nur damit die Englisch Note nicht das Zeugnis verschlechtert. Wegen solchen Dingen unterrichtet er heute gar nicht mehr.
So etwas zeigt die Einstellung hier gegenüber dem Englisch Unterricht, was es mir nicht immer einfach macht hier zu unterrichten.

Montags und dienstags arbeite ich im U.E. Cleidy Duran Yovio, einer Primaria, also einer Grundschule. Hier arbeitet auch meine Gastmutter Tatiane im Kinder, dem Kindergarten. Auch hier in Bolivien haben sie das deutsche Wort für Kindergarten übernommen, nur ein wenig abgekürzt. Die Schule hat ungefähr 150 Schüler und 10 Lehrer. Dort unterrichte ich Englisch von der zweiten bis zur sechsten Klasse (die Aufteilung von Grundschule und weiterführender Schule sind hier ein bisschen anders). Mit den älteren klappt es natürlich besser, auch weil ich die meisten Klassen letztes Jahr schon hatte.

Die anderen Tage der Woche gebe ich Englisch Unterricht in der U.E La Frontera, einer kleinen Primaria direkt an der Grenze zu Brasilien. Mit dem Auto ist die Schule ungefähr eine Viertelstunde von mir entfernt, ich kann jeden Tag mit einer Lehrerin mitfahren. Dort gibt es weniger Schüler, vielleicht 90 bis 100. An manchen Tagen habe ich Kurse, die noch so klein sind, dass sie noch gar nicht richtig schreiben können. Wirklich sinnvoll ist es nicht denen Englisch Unterricht zu geben, aber wenigstens wissen sie dann, dass es noch andere Sprachen als Spanisch und Portugiesisch gibt. Viele halten mich für eine Brasilianerin wenn sie mich das erste Mal sehen, denn dort gibt es auch viele Menschen mit hellhäutiger Haut. Dann muss ich jedes Mal erklären, dass ich aus Deutschland komme und dass dieses Land noch viel weiter weg liegt.
Die Frage eines Schülers letzte Woche: „Ist das weiter weg als Argentinien?“

Zum Unterricht: Mit einigen älteren Klassen kann ich schon leichte Grammatik machen, wie zum Beispiel das Verb „to be“. Mit den Jüngeren ist das allerdings unmöglich, sie haben schon oft mit dem abschreiben der Vokabeln Probleme. Deswegen versuche ich meistens mit ihnen passend zu den Vokabeln zu malen, Lieder zu singen (ich kann mich an einige aus meiner eigenen Grundschulzeit erinnern) und Plakate zu basteln. Eine gute Möglichkeit, damit sich die Kinder die Vokabeln merken, ist, dass sie jedes Wort zehnmal wiederholen.
So bleiben hoffentlich wenigstens einige Vokabeln in ihren Köpfchen hängen. 🙂

Die U.E. Cleidy Duran Pinocho:

 

Beim Appell jeden Montagmorgen, dort wird die bolivianische Nationalhymne gesungen

 

Die Schulgänge

 

Auf dem Schullhof beim spielen 🙂

 

Nuestro huerto escolar – unser Schulgarten

 

Hier üben die Schüler gerade ihren Tanz für den Tag des Vaters, der am 19. März ist. An dem Tag ist kein Unterricht sondern es gibt ein buntes Programm.

Cleidy (8)

Mit zwei meiner Schülerinnen im letzten Jahr

Cleidy (6)

 

 

Die U.E. La Frontera:

 

An der Schulmauer stehen einige englische Dinge, wie zum Beispiel das Alphabet

 

Die Cancha – der überdachte Platz zum Fußball spielen und zum Sportunterricht

Richtige Fenster gibt es nicht  – in manchen Klassenräumen gibt es allerdings Fliegengitter

 

Im Englisch Unterricht

 

Saubere und gepflegte Ecken im Schulgarten und fast direkt daneben ein Plastikmüllhaufen

 

Meine kleinen beim Abschreiben

 

Zwei typische Tafelbilder von mir: Einmal der Körper und dann eine Aufgabe, in der die Schüler die englischen Vokabeln zehnmal schreiben müssen

 

Ein Test einer Schülerin

Frontera (3)

 

Wir sind alle ein Teil der Natur – beschützen wir Sie

Frontera (6)

 

In der Pause 🙂

 

 

Jetzt habt ihr hoffentlich einen kleinen Einblick in meine Arbeit bekommen.

Hasta luego

Eure Laura

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